Kulinarische Kurztrips – die besten Reiseziele für Genießer

Essen ist Kultur. Nicht im übertragenen Sinne – sondern wirklich. Was eine Region anbaut, wie sie es zubereitet und wie sie es isst erzählt mehr über ihre Geschichte, ihr Klima und ihre Menschen als jedes Museum. Wer kulinarisch reist versteht eine Region tiefer als wer nur ihre Sehenswürdigkeiten abarbeitet.

Deutschland hat kulinarisch deutlich mehr zu bieten als sein internationaler Ruf vermuten lässt. Weißwurst und Sauerkraut sind nur die bekanntesten Vertreter einer regionalen Küchentradition die von der Nordsee bis zu den Alpen außergewöhnlich vielfältig ist.

Dieser Artikel zeigt dir die schönsten kulinarischen Reiseziele in Deutschland – und wie man einen Kurztrip um das Essen herum plant.

Was einen kulinarischen Kurztrip ausmacht

Das Lokale suchen

Der größte Fehler auf kulinarischen Reisen ist in Restaurants zu essen die für Touristen gemacht sind. Die besten kulinarischen Erlebnisse passieren dort wo Einheimische essen – in Wirtshäusern die seit Generationen dieselben Rezepte kochen, auf Wochenmärkten die regionale Produkte verkaufen und in kleinen Läden die Spezialitäten herstellen die man nirgendwo sonst bekommt.

Den Wochenmarkt besuchen

Ein guter Wochenmarkt ist eines der besten Reiseerlebnisse überhaupt. Man sieht was die Region produziert, trifft Menschen die stolz auf ihre Produkte sind und bekommt manchmal die besten Gerichte die ein Ort zu bieten hat – direkt vom Stand.

Regionale Spezialitäten aktiv suchen

Jede Region hat Spezialitäten die man woanders nicht bekommt. Vor der Reise kurz recherchieren was die Region kulinarisch besonders macht und diese Gerichte dann aktiv suchen – das ist die Grundlage eines guten kulinarischen Kurztrips.

Die besten kulinarischen Reiseziele in Deutschland

Franken – Bier, Wein und Bratwurst auf höchstem Niveau

Franken ist kulinarisch eines der reichsten Gebiete Deutschlands – und trotzdem unterschätzt. Die fränkische Küche ist ehrlich, sättigend und von hoher Qualität. Die Nürnberger Rostbratwurst ist weltweit bekannt, aber es gibt so viel mehr: Schäufele, Sauerbraten, Karpfen aus dem Aischgrund und eine Bierkultur die mit über 200 Brauereien allein in Oberfranken ihresgleichen sucht.

Was Franken kulinarisch besonders macht ist die Kombination aus Bier und Wein. Im Norden die Bierregion Oberfranken, im Süden das Weinbaugebiet Franken mit seinen charakteristischen Bocksbeuteln – zwei völlig verschiedene Trinkkulturen auf engem Raum.

Ideal für: Reisende die regionale Küche in ihrer bodenständigsten und ehrlichsten Form suchen. Highlights: Bamberg für Rauchbier, Würzburg für Frankenwein, Nürnberg für Bratwurst.

Pfalz – Wein, Mandelblüte und mediterrane Leichtigkeit

Die Pfalz ist Deutschlands sonnenverwöhnteste Weinregion – und das merkt man nicht nur am Wein sondern auch an der Lebensart. Die pfälzische Küche ist üppig und fröhlich: Saumagen, Leberknödel, gegrilltes Fleisch vom Winzer und dazu ein Riesling oder Dornfelder der direkt vom Erzeuger kommt.

Was die Pfalz kulinarisch besonders macht ist die Direktheit. Viele Winzer haben eigene Straußwirtschaften die nur zu bestimmten Zeiten öffnen und dort isst man pfälzische Küche in ihrer ursprünglichsten Form – im Weinkeller des Winzers, umgeben von Fässern und Weinbergen.

Ideal für: Reisende die Wein, regionale Küche und eine entspannte Lebensart suchen. Highlights: Deutsche Weinstraße, Neustadt an der Weinstraße, Bad Dürkheim.

München und Bayern – Wirtshauskultur auf höchstem Niveau

Bayern hat eine Wirtshauskultur die in Deutschland einzigartig ist. Das bayerische Wirtshaus ist kein Restaurant – es ist ein Ort der Gemeinschaft, der Tradition und des guten Essens. Schweinsbraten, Weißwurst, Leberkäs, Brezn und ein Maßkrug Bier – das ist Bayern in seiner kulinarischen Essenz.

Was München kulinarisch besonders macht ist die Dichte. Auf engstem Raum gibt es traditionelle Wirtshäuser, internationale Spitzenrestaurants und Märkte wie den Viktualienmarkt der seit über 200 Jahren das kulinarische Herz der Stadt ist.

Ideal für: Reisende die bayerische Wirtshauskultur in ihrer besten Form erleben wollen. Highlights: Viktualienmarkt, Hofbräuhaus, traditionelle Wirtshäuser in Schwabing und Haidhausen.

Hamburg – Fisch, Hafen und internationale Einflüsse

Hamburg ist kulinarisch eine der aufregendsten Städte Deutschlands. Die Hafenstadt hat seit Jahrhunderten internationale Einflüsse absorbiert und das zeigt sich in einer Küche die von frischem Fisch über klassische norddeutsche Hausmannskost bis zu Weltküche auf höchstem Niveau reicht.

Was Hamburg kulinarisch besonders macht ist der Fischmarkt. Sonntags früh morgens – der Markt beginnt um fünf Uhr und endet um halb zehn – ist der Hamburger Fischmarkt eines der lebendigsten und authentischsten Markterlebnisse Deutschlands. Frischer Fisch, laute Händler und eine Atmosphäre die einzigartig ist.

Ideal für: Reisende die frischen Fisch, norddeutsche Küche und internationale Einflüsse lieben. Highlights: Fischmarkt, Portugiesenviertel, Restaurants in der Hafencity.

Schwarzwald – Wild, Kirschtorte und Bäckertradition

Der Schwarzwald hat eine Küche die bodenständig und gleichzeitig verfeinert ist. Wild aus dem eigenen Wald, Forellen aus den Bächen, Schwarzwälder Schinken der nach traditionellen Methoden geräuchert wird und natürlich die Schwarzwälder Kirschtorte die hier anders schmeckt als überall sonst.

Was den Schwarzwald kulinarisch besonders macht ist die Handwerkstradition. Bäcker, Metzger und Konditoren die noch nach alten Rezepten arbeiten sind im Schwarzwald keine Seltenheit sondern die Regel. Wer kulinarisch reist findet hier eine Authentizität die anderswo verloren gegangen ist.

Ideal für: Reisende die traditionelles deutsches Handwerk und regionale Zutaten schätzen. Highlights: Freiburger Wochenmarkt, Schwarzwälder Schinken direkt vom Erzeuger, Konditoreien in Baden-Baden.

Wie man einen kulinarischen Kurztrip plant

Wochenmärkte recherchieren

Vor der Reise kurz nachschauen wann und wo die lokalen Wochenmärkte stattfinden. Die besten sind meist samstags morgens – ein Besuch lohnt sich immer und oft findet man dort die authentischsten lokalen Produkte.

Restaurants mit Vorlauf buchen

Gute Restaurants in beliebten Reiseregionen sind oft Wochen im Voraus ausgebucht – besonders am Wochenende. Wer kulinarisch reist bucht die wichtigsten Restaurants vor der Abreise.

Straußwirtschaften und Besenwirtschaften suchen

Straußwirtschaften in der Pfalz und Besenwirtschaften in Baden öffnen nur zu bestimmten Zeiten – meist im Herbst und Frühjahr – und bieten dort regionale Küche und eigenen Wein in einer Atmosphäre die man nicht kaufen kann. Vorher im Internet nach aktuell geöffneten Betrieben suchen.

Kochkurse als Erlebnis

Viele Regionen bieten Kochkurse an bei denen man regionale Gerichte selbst zubereitet. Das ist ein Erlebnis das über den Urlaub hinauswirkt – man nimmt die Rezepte mit nach Hause und hat ein Erlebnis das man sich lange merkt.

→ Tipp: Die App „Eatwith“ und lokale Foodtour-Anbieter bieten geführte kulinarische Stadttouren an die zu den besten Möglichkeiten gehören eine Stadt kulinarisch kennenzulernen. Kleine Gruppen, lokale Guides und Orte die man alleine nie gefunden hätte.

Was ein kulinarischer Kurztrip kostet

Kulinarische Reisen können günstig oder teuer sein – je nach Anspruch.

Einfaches Hotel mit Frühstück: 80 bis 150 Euro pro Nacht und Person. Abendessen im guten Lokalrestaurant: 30 bis 60 Euro pro Person mit Wein. Abendessen im Spitzenrestaurant: 80 bis 150 Euro pro Person. Wochenmarkt und Straußwirtschaft: 15 bis 30 Euro pro Person.

Wer bewusst wählt – ein Spitzenrestaurant kombiniert mit mehreren einfachen aber authentischen Lokalen – bekommt oft die reichhaltigsten kulinarischen Erlebnisse zum vernünftigen Preis.

Gut vorbereitet in die Auszeit – mit der richtigen Karte

Wer für den kulinarischen Kurztrip mit der richtigen Karte zahlt spart bei Hotel und Restaurant schnell 30 bis 60 Euro. Unsere Übersicht zeigt welche Reisekreditkarten sich für regelmäßige Kurztrips wirklich lohnen.

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