Wien ist eine Stadt die man nicht erklärt – man erlebt sie. Die imperiale Architektur die an jeder Ecke auftaucht, der Duft von frisch gebackenem Kipferl am Morgen, das Klirren der Kaffeetassen im Café Central und eine Lebensart die zwischen Melancholie und Lebensfreude pendelt und die Österreicher selbst als Wiener Schmäh bezeichnen.
Für Reisende ab 50 ist Wien eine der schönsten Städte der Welt – nicht trotz seiner Größe sondern wegen ihr. Wien ist groß genug um immer etwas Neues zu entdecken und gleichzeitig so gut erschlossen dass man sich nie verirrt und nie erschöpft fühlt wenn man es richtig angeht.
Das Wiener Kaffeehaus – eine Kulturinstitution
Was das Wiener Kaffeehaus so besonders macht
Das Wiener Kaffeehaus ist UNESCO-Weltkulturerbe – und das ist keine Übertreibung. Es ist kein Café im modernen Sinne sondern ein Lebensraum. Man kommt nicht um schnell einen Kaffee zu trinken sondern um zu bleiben. Man liest die Zeitung, schreibt Briefe, trifft Freunde oder sitzt stundenlang alleine und schaut – und niemand sagt etwas dazu.
Der Melange – Wiens Antwort auf den Cappuccino – kommt immer mit einem Glas Wasser. Das Wasser wird nachgefüllt ohne dass man fragen muss. Und die Zeit gehört einem selbst.
Die schönsten Kaffeehäuser Wiens
Café Central
Das Café Central im Palais Ferstel ist das prächtigste Kaffeehaus Wiens – hohe Gewölbedecken, Marmorböden und eine Atmosphäre die an die große Zeit der Wiener Kaffeehauskultur erinnert. Hier saßen Sigmund Freud, Arthur Schnitzler und Leon Trotzki – das Kaffeehaus war einmal das Wohnzimmer der Wiener Intellektuellen.
Was das Café Central für Genießer besonders macht ist die Kombination aus Geschichte und Gegenwart. Man sitzt in einem der schönsten Räume Wiens, trinkt einen exzellenten Melange und isst einen der besten Apfelstrudel der Stadt – das ist Wien in seiner reinsten Form.
Café Hawelka
Das Café Hawelka in der Dorotheergasse ist das authentischste Kaffeehaus Wiens – dunkel, etwas abgenutzt und voller Geschichte. Seit 1939 wird es von derselben Familie geführt und hat eine Stammkundschaft die seit Jahrzehnten dieselben Tische besetzt.
Was das Hawelka besonders macht ist die Echtheit. Keine Touristenfalle sondern ein echtes Wiener Kaffeehaus das zufällig auch Touristen willkommen heißt. Die Buchteln – warme gefüllte Hefeteilchen – die abends serviert werden sind legendär.
Café Landtmann
Das Café Landtmann am Ring gegenüber dem Burgtheater ist das vornehmste Kaffeehaus Wiens – und das Stammkaffeehaus von Sigmund Freud. Die Terrasse mit Blick auf den Ring ist eine der schönsten Außengastronomien der Stadt.
→ Tipp: In den bekanntesten Kaffeehäusern Wiens empfiehlt sich eine Reservierung für das Frühstück am Wochenende – besonders das Café Central und das Café Landtmann sind an Samstag- und Sonntagvormittagen oft voll.
Die besten Museen Wiens
Kunsthistorisches Museum – eine der größten Sammlungen der Welt
Das Kunsthistorische Museum am Maria-Theresien-Platz ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt – und das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk. Die Sammlung der Habsburger umfasst Werke von Vermeer, Rembrandt, Velázquez, Rubens und Tizian – eine Konzentration von Meisterwerken die man so nur in wenigen Museen der Welt findet.
Was das KHM für Genießer besonders macht ist die Möglichkeit es langsam zu erleben. Wer sich auf einen Saal oder eine Epoche konzentriert und diese wirklich anschaut macht eine andere Erfahrung als wer versucht das gesamte Museum in einem Tag zu sehen.
→ Tipp: Das KHM hat donnerstags verlängerte Öffnungszeiten bis 21 Uhr – abends ist das Museum deutlich ruhiger als tagsüber und das Licht in den Sälen hat eine andere Qualität.
Belvedere – Klimts Kuss und Wiener Jugendstil
Das Obere Belvedere ist das beliebteste Museum Wiens – und das wegen eines einzigen Gemäldes. Gustav Klimts Der Kuss ist das berühmteste österreichische Kunstwerk und im Original ist es noch beeindruckender als auf jedem Poster oder jeder Postkarte.
Aber das Belvedere ist mehr als Klimt. Die Sammlung des Wiener Jugendstils ist eine der schönsten der Welt und das Gebäude selbst – ein barockes Schloss mit einem der schönsten Gärten Wiens – ist ein Erlebnis das den Museumsbesuch weit übersteigt.
Albertina – von Dürer bis Monet
Die Albertina hat eine der größten grafischen Sammlungen der Welt – über eine Million Druckgrafiken, Zeichnungen und Aquarelle. Dürers Feldhase ist das bekannteste Werk aber die Wechselausstellungen die das Museum regelmäßig zeigt sind oft ebenso beeindruckend wie die Dauersammlung.
Naturhistorisches Museum – für alle die Natur und Geschichte lieben
Das Naturhistorische Museum gegenüber dem KHM ist eines der schönsten Naturkundemuseen der Welt – und deutlich weniger besucht als die Kunstmuseen. Die Venus von Willendorf, eine der ältesten menschlichen Skulpturen der Welt, und eine Meteoriten-Sammlung die ihresgleichen sucht sind nur zwei Highlights einer außergewöhnlichen Sammlung.
Die Wiener Ringstraße – ein Spaziergang durch die Geschichte
Die Ringstraße ist eine der prächtigsten Boulevards Europas – angelegt von Kaiser Franz Joseph I. als Symbol der imperialen Macht Österreichs. Auf wenigen Kilometern stehen die Staatsoper, das Kunsthistorische Museum, das Naturhistorische Museum, das Burgtheater, das Parlament und die Universität – alles im gleichen historistischen Stil der Wiener Gründerzeit.
Ein Spaziergang entlang der Ringstraße morgens früh wenn die Touristen noch schlafen ist eines der schönsten Gratis-Erlebnisse Wiens. Die Gebäude im Morgenlicht, die breiten Alleen und die Stille die noch über der Stadt liegt – das ist Wien von seiner elegantesten Seite.
Essen und Trinken in Wien jenseits der Kaffeehäuser
Das Wiener Wirtshaus
Das Wiener Wirtshaus ist das Gegenstück zum Kaffeehaus – bodenständig, laut und herzlich. Wiener Schnitzel das wirklich vom Kalb ist und die Pfanne bedeckt, Tafelspitz der stundenlang gekocht wurde und Gulasch das nach einem echten Rezept gemacht wird – das ist die Wiener Wirtshausküche.
Die besten Wirtshäuser findet man nicht in der Touristenzentrale rund um den Stephansdom sondern in den Bezirken – im 7. Bezirk Neubau, im 8. Bezirk Josefstadt und im 9. Bezirk Alsergrund.
Der Naschmarkt
Der Naschmarkt ist der größte und bekannteste Markt Wiens – täglich außer sonntags geöffnet und ein Spiegelbild der multikulturellen Wiener Gesellschaft. Frische Produkte, internationale Spezialitäten, Käse aus aller Welt und eine Atmosphäre die lebendig und entspannt zugleich ist.
Samstags ist der Naschmarkt am schönsten – dann findet zusätzlich ein Flohmarkt statt der Trödler, Antiquitätenhändler und Kuriositäten vereint.
Heuriger – Wein direkt beim Winzer
Der Wiener Heuriger ist eine Institution die es so nur in Wien gibt. In den Weindörfern am Stadtrand – Grinzing, Neustift am Walde, Sievering – öffnen Winzer ihre Keller und Gärten und servieren den eigenen Wein zusammen mit kalten Speisen aus der Buffet-Auslage.
Ein Abend im Heuriger – mit einem Glas Grünen Veltliner, einem Teller gemischtem Aufschnitt und Blick in den Weingarten – ist eines der entspanntesten und authentischsten Erlebnisse die Wien zu bieten hat.
→ Tipp: Die Heurigen in Grinzing und Neustift am Walde sind per U-Bahn und Straßenbahn gut erreichbar – kein Taxi nötig und kein Alkohol am Steuer.
Die besten Viertel für Genießer
Die Innere Stadt – Geschichte zum Anfassen
Die Innere Stadt – der erste Bezirk – ist das historische Herz Wiens. Der Stephansdom, die Hofburg, die Graben und der Kohlmarkt – das ist Wien wie es in jedem Reiseführer steht und das trotzdem überwältigt wenn man es selbst erlebt.
Morgens früh wenn die Touristengruppen noch nicht unterwegs sind ist die Innere Stadt am schönsten – die engen Gassen rund um den Dom, die barocken Fassaden im ersten Morgenlicht und eine Stille die mittags längst vorbei ist.
Neubau – das lebendigste Viertel Wiens
Der siebte Bezirk Neubau ist das kreativste und lebendigste Viertel Wiens. Kleine Galerien, unabhängige Buchhandlungen, Vintage-Läden und eine Café- und Restaurantszene die zu den besten der Stadt gehört. Hier wohnen die Kreativen, die Studenten und die Zugezogenen die Wien zu ihrer Stadt gemacht haben.
Döbling und die Weinviertel-Vorposten
Die nördlichen Bezirke Döbling und Hietzing haben eine Ruhe und Eleganz die man in der Innenstadt nicht findet. Historische Villen, große Parks und die Heurigenorte am Stadtrand machen diese Bezirke zu einem Ziel für Genießer die das ruhige Wien suchen.
Praktische Tipps für Wien
Öffentliche Verkehrsmittel
Wien hat eines der besten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt – U-Bahn, Straßenbahn und Bus sind so gut ausgebaut dass man ein Auto in der Stadt nie braucht. Eine 24-Stunden-Karte kostet ca. 8 Euro und ist günstiger als jedes Taxi.
Die Wien-Card
Die Wien-Card gibt unbegrenzte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel plus Rabatte in über 210 Museen, Restaurants und Geschäften. Für Kulturreisende die mehrere Museen besuchen wollen lohnt sie sich fast immer.
Wann man Wien besuchen sollte
Wien ist das ganze Jahr schön – aber Frühling und Herbst sind die angenehmsten Reisezeiten. Der Wiener Advent von Ende November bis Weihnachten ist eines der schönsten Erlebnisse die Wien zu bieten hat – die Weihnachtsmärkte am Rathausplatz und vor der Karlskirche gehören zu den schönsten in Europa.
Sommer ist warm und das Kulturprogramm ist auf dem Höhepunkt – die Wiener Festwochen im Mai und Juni, das Filmfestival am Rathausplatz im Juli und August und die Salzburger Festspiele in der Nähe machen den Sommer zu einer der kulturreichsten Jahreszeiten.
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Was ein Wien-Kurztrip kostet
Einfaches Hotel in Wien mit Frühstück: 90 bis 170 Euro pro Nacht und Person. Komfortables Hotel in der Inneren Stadt: 170 bis 350 Euro pro Nacht und Person. Kunsthistorisches Museum: 21 Euro pro Person. Belvedere: 17 Euro pro Person. Café-Besuche: 5 bis 12 Euro pro Person. Wiener Wirtshaus Abendessen: 25 bis 45 Euro pro Person mit Wein.
Hotels in den Bezirken außerhalb der Inneren Stadt sind deutlich günstiger – und mit der U-Bahn ist man in wenigen Minuten in der Mitte.
Gut vorbereitet in die Auszeit – mit der richtigen Karte
Wer für den Wien-Kurztrip mit der richtigen Karte zahlt spart bei Hotel, Museen und Restaurants schnell 30 bis 60 Euro. Unsere Übersicht zeigt welche Reisekreditkarten sich für Österreich-Reisen wirklich lohnen.
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